Cigarette Smoking, Seatbelt Use and Differences in Wage-Risk Tradeoff

In dieser Arbeit errechnen die Professoren Hersch und Viscusi den risikoabhängigen Lohn-Differential. Hierfür versuchen sie die Risikoaversität der Arbeiter anhand den Tatsachen zu bestimmen, ob sie den Sicherheitsgurt im Auto nutzen, und ob sie Raucher sind (und wenn ja, wie viele Zigaretten sie rauchen). Dieses Wissen nutzen sie bei der Berechnung der Risiko-Komponente der Löhne.

Da bei der Lohn-Aushandlung nicht der neutrale Risikowert wichtig ist, sondern wie der Arbeitnehmer das Risiko einschätzt, werden die Arbeiter ferner gebeten, das Risiko ihrer Arbeitsstelle auf einer Skala zu quantifizieren. Anschließend lassen die Autoren mehrere Regressionen über diese Variablen laufen – u.A. auch, ob die besondere Kombination Raucher/Kein-Gurt bzw. Nicht-Raucher/Gurt besonders extreme Lohn-Differentiale haben.

Auch andere typische Variablen werden mit eingebunden, u.A. soll überprüft werden, ob höhere Bildung oder Gewerkschaftsmitgliedschaft zu höheren Risiko-Gegenwerten führen (ja). Argumentation: höhere Bildung erhöht den Lebenserwartungsgegenwert (Lebenszyklus-Gesamt-Einnahmen), weswegen Risiko höher gewichtet wird. Gewerkschaften haben hingegen bessere Informationen hinsichtlich der tatsächlichen Risikohöhe, weswegen auch hier Risiko besser vergütet wird. Beide Ergebnisse sind, however, statistisch nicht signifikant. Bei letzterem habe ich persönlich sowieso etwas auszusetzen: die Argumentation hat Lücken, da „bessere“ Informationen hinsichtlich der Risikohöhe von der subjektiven Risikoeinschätzung der Arbeiter abweicht. Selbst wenn das Ergebnis also signifikant wäre, würde dies eine Parallelverschiebung (upward bias) bedeuten – der Gewerkschaftseffekt würde überbewertet.

Schlussendlich kommen sie zu dem Ergebnis, dass eine Verletzung, einen Tag auszufallen (das Risiko, um das es die ganze Zeit ging), ca 48.000 USD beträgt (hochgerechnet von den Kompensationen in den Löhnen). Bei der extrem-aversen Gruppe der Sicherheitsgurt-Nichtraucher beträgt dies sogar 81.000 USD, während es bei der anderen extremen nicht-aversen Gruppe keine statistisch signifikante Abweichung nach oben gibt. Somit ist die Theorie (zumindest hier) bestätigt.

Allerdings gibt es kleinere Gegenargumente, auf die auch hingewiesen wird:

  • von der Gurt/Zigaretten-Nutzung auf Risikoaversität zu schließen hat die Schwäche, dass wir dabei die absolute Gefahr von Gurt/Zigaretten definieren müssen. Wenn einzelne Subjekte diese Risiken falsch einschätzen (und z.B. viel zu viel rauchen), würden wir sie als sehr risikoavers einschätzen, auch wenn sie einfach nur dumm sind. Solange diese Dummheit allerdings übertragbar (auf die Risiken der Arbeitsstelle) ist, kann man damit leben.
  • Auch sind diese Werte abhängig davon, wie sehr die Arbeiter in der Lage sind, (in einer unsicheren Umgebung) für Sicherheit zu sorgen. Dies würde das Risiko ihres Jobs verringern (und in einer größeren Entlohnung-Pro-Risiko-Verhältnis resultieren).
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