Do Workers Work More if Wages Are High? Evidence from a Randomized Field Experiment

Nachdem ich mich klausurvorbereitend durch diesen Artikel von Fehr und Goette gelesen hatte, wollte ich auch anderen meine Zusammenfassung nicht verwehren. Vielleicht hilft’s ja für einen Schnelleinstieg …

Anders als bisherige Experimente kommen die Autoren in Rahmen ihres Feldexperiments zu dem Ergebnis, dass die Substitutionseffekte für Arbeit in der Freizeit-Konsum-Entscheidung positiv sind: Arbeiter, welchen für einen befristeten Zeitraum 25% mehr Lohn angeboten wird, arbeiten auch tatsächlich mehr. Interessanterweise ist der Effekt auf die gebrachte Leistung negativ – bei längerer Arbeitszeit sinkt der Einsatz.

Dies lässt sich genau feststellen, weil die Subjekte Fahrradkuriere zweier Unternehmen sind, welche sowohl ihre Schichten als auch innerhalb der Schichten die Anzahl der Sendungen frei bestimmen können. Zusätzlich gibt es keinen Mindestlohn, der Lohn bestimmt sich nur aus dem Lohn pro Lieferung (w), in Abhängigkeit von der benötigten Anstrengung für diese Lieferung.

Innerhalb beider Unternehmen werden zwei Gruppen, A und B erstellt, und das Experiment wird über zwei Perioden (à 4 Wochen) durchgeführt. In jeder Periode erhält nur eine der beiden Gruppen die Lohnerhöhung, die andere fungiert als Kontrollgruppe.

Die Arbeit (Labor Supply) könnte mittels der Anzahl von Lieferungen gemessen werden, würde dann aber eventuell verzerrt werden, wenn die Länge und Anstrengung der Lieferungen stark variiert. Daher haben sich die Autoren auf den Gesamtlohn als Maßstab festgelegt, da dieser auch in der benötigten Leistung (effort e) variiert. Die Lohnerhöhungen führen in den Perioden zu einer signifikanten Mehrarbeit vom Gegenwert von 1000CHF, allerdings auch zu einer reduzierten Leistung (Lieferungen/Shift; Table 1A/1B).

In Sektion II bringen die Autoren zwei Modelle, welche dieses Phänomen erklären können: zum einen ein neoklassisches Modell mit periodenübergreifendem Nutzen: der Disnutzen von Leistung steigt (im Betrag) in der vorher erbrachten Leistung. Daher ist es für rationale Subjekte sinnvoll, ihre Leistung zu senken , wenn ihre vorher erbrachte Leistung gestiegen ist. Das zweite Modell ist ein Referenz-Modell, bei welchem risikoaverse Agenten versuchen, einen gewissen Tageslohn zu erarbeiten. Wenn sie diesen nicht erreichen, haben sie sehr hohen marginalen Disnutzen (psychologischer Art), wenn sie ihn erreichen, ist der zusätzliche marginale Nutzen im Betrag geringer als der vorherige Disnutzen: die Anreize, weiter zu arbeiten, sinken. Wenn der Agent nun mehr pro Schicht verdient, wird er den anvisierten Tageslohn früher erarbeiten – und von dann an weniger arbeiten.

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