Großayatollah Montaseri ist gestorben

Mit Großayatollah Montaseri (Montazeri im engl.) verliert sowohl der Klerus als auch die Reformbewegung Irans ihren Schlüsselspieler. Obgleich er sich nicht in den Vordergrund drängte, war er ungleich angesehener in theologischen Fragen als sein Kontrahent Khamenei.

Bei der Gründung des islamischen Staates war Montaseri einer der Gründungsväter, auch dies zeigt die Akzeptanz seiner Schule bereits zu damaligen Zeiten bei einem wichtigen Großteil der islamischen Vertretern. Als er allerdings vor dem Ablebens Khomeinis staatliche Praktiken wie Folter kritisiert, wird er vom designierten Nachfolger zum Ausgestossenen. In Ghom, dem Zentrum des Klerus, wird er zum Hausarrest verurteilt und verfolgt von dort aus weiter seine Linie: in Schriften befürwortet er die Trennung von Klerus und Politik; der islamische Beirat soll nur eine beratende Funktion inne haben.

In junger Vergangenheit verurteilte er aufs schärfte die staatlichen Reaktionen auf die Demonstrationen. Die Regierung Ahmadinejads, so Montaseri, habe ihre Legitimität verloren. Die iranische Opposition hat keinen Mann, der es in Sachen religiöser Kompetenz sowie Akzeptanz und Reputation mit Montaseri aufnehmen kann: seine Lücke kann nicht geschlossen werden.

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